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Es werden Posts vom September, 2020 angezeigt.

Landschaft bei Bremen

Häuser, die Bäume versinken In den trüben Abwässern der Chaussee.  Wie eisiges Wasser fließt der Nebel Durchs Gesicht. Aber du gehst Die grünen Lappen der Blätter hängen Reglos und das dort Was aussieht wie ein Seegespenst Das Gebüsch neben dem Graben. Ein Mensch mit seiner Atemfahne Verschwindet, und du trägst Durch die Stille deinen Kopf Weiter, das Gesicht Diese tränenlos nassen Augen und diese Wässrige Kälte rings © 1965, 1978, 2010 by Louise Storm

Ode an eine Pappel

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  wenn im winter die moore und die finger steifgefroren, ewige du wiegend im sommerwind, als gäbe es keine motorsägen und weißgebleichten schädel, der duft der see kämmt durch mein hochgestrecktes langes haar © 2010 by Louise Storm

Ödnis Montag früh

Der Unterschied zwischen Sonntag und Montag ist minimal. Sonntags in der Früh ist es ruhig, fast still. 24 Stunden später beginnen die LKWs schon in der Nacht um drei und fahren unterm Fenster vorbei. Die Unruhe kehrt brutal zurück, die am Sonntag erst später in der Mittagszeit angestiegen war. Ja, sie haben keine Ruhe im Hintern, die Menschen. Wie die ununterbrochen herumturnenden Affen im Gehege. Und am Montag fahren die einen von Langel nach Ratingen östlich von Düsseldorf, die anderen von Ratingen nach Eil zur Arbeit. Die Autobahnen sind verstopft, vor den Ampeln warten die Blechlawinen auf die nächste Grünphase. Wäre es da nicht einfacher, die Langeler und die Ratinger würden ihre Wohnung tauschen oder ihr Haus? Vielleicht nach der Probezeit? Oder nach zwei Jahren, da offenbar keine Entlassungen anstehen, und der Gatte noch keine Aufforderung erhalten hat, die nächsten Jahre in Hotelzimmern zu wohnen in irgendeiner gesichtslosen Stadt. Warum eigentlich noch feste Bleiben, wenn der